Radioaktive Abfälle sicher lagern

17. Apr. 2026

Die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) und die Technische Universität München (TUM) werden künftig gemeinsam zur sicheren Zwischenlagerung und Entsorgung radioaktiver Abfälle forschen. Ein entsprechendes „Joint Lab BGZ“ wurde am Donnerstag am TUM Campus Garching gestartet.

Die BGZ betreibt in Deutschland Zwischenlager für die Aufbewahrung von Kernbrennstoffen sowie radioaktiver Abfälle aus der Aufarbeitung bestrahlter Brennelemente, darunter die Standorte Ahaus und Gorleben, sowie mehrere Zwischenlager an ehemaligen Kernkraftwerken.

Bis zum Ablauf der aktuellen Aufbewahrungsgenehmigungen (zwischen 2034 und 2047) wird kein Endlager für bestrahlte Brennelemente und sonstige wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle betriebsbereit zur Verfügung stehen. Die BGZ hat daher 2022 ein Forschungsprogramm veröffentlicht, um Fragestellungen der verlängerten Zwischenlagerung zu bearbeiten. Das bundeseigene Unternehmen ist zudem seit 2023 mit einer eigenen Forschungsgruppe am Campus vertreten. Nun werden BGZ und TUM ihre Ressourcen, Infrastruktur und Expertise in einer Forschungskooperation noch stärker bündeln und gemeinsame Forschungsprojekte bearbeiten.

Die TUM verfügt über jahrzehntelange Expertise im Bereich der Nukleartechnik, unter anderem betreibt sie die Forschungs-Neutronenquelle FRM II am Standort Garching. Dort gibt es auch umfangreiche radiochemische Labore, die bereits die erforderlichen Genehmigungen zum Umgang mit Kernbrennstoffen besitzen. Zudem wird an der TUM zu Themen wie Kern- und Reaktortechnik, Reaktorphysik, Nuklearchemie, Werkstoffe, Simulation und Datenanalyse geforscht und gelehrt. Die Forschungsgruppe der BGZ wird gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerinnen der TUM an verschiedenen Aufgabenstellungen arbeiten.

 

Nukleare Sicherheit hat höchste Priorität

 

Der Geschäftsführende Vizepräsident der TUM für Forschung und Innovation, Prof. Gerhard Kramer, sagte: „Die Menschen in Deutschland stellen zu Recht höchste Anforderungen an die nukleare Sicherheit. Der gesetzliche Auftrag der BGZ besteht darin, diese Anforderungen zu erfüllen. Und wir als TUM unterstützen sie dabei gerne mit unserer wissenschaftlichen Expertise und praktischen Erfahrung.“

„Die Forschungskooperation mit dem Titel „ARGUS“ ist die konsequente Weiterentwicklung unseres Forschungsprogramms“, sagte Dr. Maik Stuke, Leiter des BGZ.lab. „Wir brauchen belastbare wissenschaftliche Grundlagen, um die Sicherheit der Zwischenlagerung langfristig nachweisen zu können. Dafür bündeln wir in der Kooperation die Forschung, Kompetenz und Erfahrung der BGZ als Zwischenlagerbetreiber mit der Forschungsstärke der TUM.“

Die Vereinbarung zwischen BGZ und TUM läuft für zunächst fünf Jahre.

 

Quelle: TUM

 

 

Beitragsbild: Gemeinsame Forschung zu radioaktiver Sicherheit (v.l.): Dr. Jörn Becker – Leiter der BGZ-Forschung, Dr. Max Würtemberger – Leiter des Bereichs Zentrale Dienste, Dr. Maik Stuke – Leiter BGZ.lab, Prof. Gerhard Kramer – Geschäftsführender Vizepräsident der TUM für Forschung und Innovation; Foto: BGZ.