Gründungsrekord bei bayerischen Start-ups

Bayerns Start-ups legen ein rekordverdächtiges Wachstum hin: Im vergangenen Jahr sind im Freistaat 785 neue Start-ups an den Start gegangen, das ist ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit gab es dagegen nur 29 Prozent mehr neue Start-ups, wie der erste bayerische „Startup und Scaleup Monitor“ des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) und des Startup-Verbands zeigt. Der Auswertung zufolge gibt es aktuell rund 4.400 Start-ups in Bayern und damit so viele wie in keinem anderen deutschen Bundesland.

 

BIHK und Startup-Verband stellen ersten bayerischen „Startup und Scaleup Monitor“ vor

 

„Es ist kein Zufall, dass Bayern das führende Bundesland für Gründerinnen und Gründer ist“, erklärt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Er verweist darauf, dass mehr als jedes zweite bayerische Start-up von einer Hochschule unterstützt wird. „Die Hochschulen bei uns helfen aktiv bei der Gründung, ermutigen ihre Studierenden zum Gründen, bauen Netzwerke auf und geben Rückenwind beim Wachstum. Das schafft ein einmaliges Ökosystem für Start-ups in Bayern – auch außerhalb der großen Städte“, so Gößl. „Und wir brauchen noch mehr Gründungen und Jungunternehmen sowie noch mehr Innovationen – denn sie stehen für wirtschaftlichen Aufbruch, den wir sehnlichst erwarten.“

Dem „Startup und Scaleup Monitor“ zufolge sind die bayerischen Start-ups gerade bei der Softwareentwicklung sowie bei Technologie und Produktion führend. Dabei zeigen sich innerhalb des Freistaats regionale Unterschiede:

 

– München: 39 Prozent der bayerischen Start-up-Aktivitäten finden in der Landeshauptstadt statt. Aktuell gibt es in der Region München aktive 2.445 Start-ups. Zusammen mit dem Umland bildet München nach Berlin das zweitgrößte Start-up-Ökosystem in Deutschland. Besonders groß ist die Dynamik bei Start-ups im Sicherheits- und Verteidigungsbereich sowie im Bereich Deeptech, also hochinnovativer Technologien auf Basis grundlegender wissenschaftlicher Forschung oder hochkomplexer Ingenieursleistungen.

– Nürnberg: In Mittelfranken gibt es 319 Start-ups, davon 157 in Nürnberg. Anders als in München steht die Region bei der Skalierung, also einem schnellen Wachstum der Jungunternehmen, noch am Anfang. Die Start-ups im Ballungsraum Nürnberg, Fürth und Erlangen arbeiten vor allem an Softwareentwicklung.

– Augsburg: Mit 125 Start-ups ist die Fuggerstadt mit ihrem Umland das drittgrößte bayerische Ökosystem. Augsburg zeichnet sich durch Start-ups aus, die an Softwarelösungen für die bestehende Wirtschaft, zum Beispiel der Industrie, arbeiten.

– Regensburg: In der Donaustadt und ihrem Umland sind 104 Start-ups aktiv. Pro Kopf liegt Regensburg damit auf Platz 19 aller deutschen Städte. Schwerpunkte der Region sind Software, aber auch Gaming und Sport.

– Würzburg: Mit 82 Start-ups gibt es in der Region Würzburg ein Ökosystem, in dem die Stärke im Medizinbereich heraussticht, was im Umfeld der Würzburger Universität konzentriert ist.

 

„Die deutsche Wirtschaft steht unter enormem Druck. Wachstumsschwäche, geopolitische Unsicherheiten und Strukturbrüche bremsen unsere Wettbewerbsfähigkeit. Start-ups sind in dieser Situation kein Nice-to-have, sondern ein unverzichtbarer Motor für Innovationen, Investitionen und nachhaltiges Wachstum. Sie bringen neue Technologien schneller in den Markt und schaffen damit die Grundlage für zukünftige Wertschöpfung. Umso wichtiger sind starke Ökosysteme wie in Bayern mit einem Kern in München, der auch in weltweiten Rankings vorne platziert ist. Sie zeigen, wie Zukunft entsteht: an der Schnittstelle zwischen exzellenter Forschung und unternehmerischem Mut”, sagt Heike Freund, Vorständin des Startup-Verbands.

 

Quelle: BIHK

 

 

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