Das IMD-Ranking „zeigt erneut den großen Handlungsbedarf“

Das IMD aus Lausanne hat seine jährliche Auswertung zur Wettbewerbsfähigkeit von 70 Ländern veröffentlicht. Deutschland fällt um vier Plätze auf Rang 23 zurück. Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, kommentiert:
„Der Abstieg um vier Plätze im aktuellen IMD-Ranking zeigt erneut den großen Handlungsbedarf. Weiterhin nicht wettbewerbsfähig sind unser Arbeitsmarkt und das Steuersystem. Gravierende Rückgänge gab es im Bereich der öffentlichen Finanzen, der internationalen Investitionen und der Infrastruktur.
Die wachsenden staatlichen Defizite belasten inzwischen die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Der Rückgang der ausländischen Investitionen bestätigt erneut, dass der Standort ein massives Kostenproblem hat: beim Faktor Arbeit und durch die überbordende Regulierung. Die schlechtere Bewertung der Infrastruktur zeigt, dass von den versprochenen zusätzlichen Investitionen noch nichts zu spüren ist. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen daher konsequent beschleunigt werden, damit sich die Sonderschulden gewinnbringend in einer besseren Infrastruktur niederschlagen. Und natürlich dürfen diese zusätzlichen Mittel für die Infrastruktur nicht für konsumtive Ausgaben zweckentfremdet werden oder lediglich investive Ausgaben im Kernhaushalt ersetzen. Auf die Zusätzlichkeit kommt es an!
Gleichzeitig zeigt das IMD-Ranking auch die nach wie vor bestehenden Qualitäten des Standorts: Deutschland hat im Vergleich sehr starke kleine und mittlere Unternehmen, bringt viele Innovationen hervor und verfügt über hervorragend qualifizierte Fachkräfte auch auf Grundlage der dualen Ausbildung.
Jetzt gilt es, die Rahmenbedingungen konsequent zu verbessern. Notwendig sind vor allem Reformen der sozialen Sicherungssysteme, um den Anstieg der Lohnnebenkosten zu begrenzen, niedrigere Energiekosten sowie ein konsequenter Abbau von Regulatorik.“
Quelle: IHK Rhein-Neckar
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