Neue PISA-Studie vor der Veröffentlichung

Was untersucht die PISA-Studie?
Das Programme for International Student Assessment (PISA) untersucht, wie gut 15-Jährige gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit Problemstellungen aus dem Alltag lösen können und damit den Anforderungen einer Wissensgesellschaft gewachsen sind. Es geht also um die sogenannte funktionale Grundbildung, nicht darum, auswendig Gelerntes abzufragen.
Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften bilden den Kern der PISA-Studie. Jede Studie nimmt einen dieser Bereiche intensiver unter die Lupe. In der aktuellen Studie, PISA 2025, war dies die naturwissenschaftliche Kompetenz. Am besten vergleichbar sind deshalb jene Erhebungsrunden, in denen der Schwerpunkt ebenfalls auf den Naturwissenschaften lag, also PISA 2006 und PISA 2015.
Zusätzlich untersuchen die PISA-Studien jeweils eine weitere Kompetenz, diesmal das modellbasierte Problemlösen als Teil des „Lernens in der digitalen Welt“.
Erstmals hat Deutschland außerdem am Bereich Fremdsprachenkompetenz Englisch teilgenommen. Diese Erhebung wird noch ausgewertet, die Ergebnisse werden 2027 veröffentlicht.
Auch der Kontext des Lernens und Lehrens wird in den PISA-Studien untersucht.
Wer hat an PISA 2025 teilgenommen?
Für die aktuelle Studie wurden in Deutschland rund 6.700 15-Jährige an etwa 250 Schulen aller weiterführenden Schularten getestet sowie zu ihren Lernbedingungen, Einstellungen und zu ihrer sozioökonomischen Situation befragt. Diese Stichprobe ist repräsentativ für 15-Jährige in Deutschland. Die Schulen und die Schülerinnen und Schüler innerhalb der Schulen wurden zufällig ausgewählt.
Außerdem wurden an allen teilnehmenden Schulen Lehrkräfte der Naturwissenschaften und des Fachs Englisch, Schulleitungen sowie die Eltern der getesteten Jugendlichen befragt, unter anderem zu Gestaltung und Ressourcen des Unterrichts beziehungsweise zur Rolle des Lernens in der Familie.
Weltweit haben mehr als 760.000 Schülerinnen und Schüler in 91 Staaten und Regionen teilgenommen, darunter alle Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Wann wurde getestet?
Die Tests für die aktuelle Studie fanden in Deutschland im Frühjahr 2025 statt.
Bislang wurde die Studie alle drei Jahre durchgeführt, mit Ausnahme der Pandemiejahre, als die Erhebung von 2021 auf 2022 verschoben wurde. Künftig wird der reguläre Abstand zwischen den Datenerhebungen vier Jahre betragen.
Wie wurde getestet?
Die Schülerinnen und Schüler haben in einem zweistündigen Test Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade bearbeitet. Dabei handelte es sich teilweise um Multiple-Choice-Fragen, teils um Fragen, die in Textfeldern frei beantwortet werden müssen. Seit 2015 findet der PISA-Test vollständig am Computer statt. Bei den Aufgaben zum modellbasierten Problemlösen sind Rückmeldungen des Systems an die Schülerinnen und Schüler Teil der Aufgabe.
Wäre es nicht ebenso wichtig, das erlernte Fachwissen der Schülerinnen und Schüler zu prüfen statt nur die Anwendungskompetenzen?
Auch Fachwissen kann wichtige Hinweise zur Qualität der Bildung liefern. Deshalb untersucht beispielsweise der „Bildungstrend“ des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) regelmäßig, inwieweit die Schülerinnen und Schüler die in den Bildungsstandards der Bundesländer vereinbarten fachlichen Lernziele erreichen. Die Autorinnen und Autoren der verschiedenen Bildungsstudien arbeiten regelmäßig zusammen, um Erkenntnisse aus der kombinierten Analyse der verschiedenen Fragestellungen zu gewinnen. So können sie der Bildungspolitik und der Bildungspraxis ein umfassendes Bild der Lage liefern.
Was sagt die Platzierung Deutschlands in der Rangliste der teilnehmenden Staaten aus?
Die Rangliste bietet wichtige Hinweise auf Staaten, in denen es gelingt, den Schülerinnen und Schülern hohe Kompetenzen zu vermitteln. Die Rangplätze einzelner Staaten sind für sich betrachtet allerdings nicht immer aussagekräftig. Die Unterschiede zwischen den erzielten Punktzahlen können nämlich so gering sein, dass sie nicht signifikant sind. Das bedeutet, dass diese Unterschiede durch Zufall entstanden sein könnten.
Wichtiger als die exakte Platzierung Deutschlands ist der Vergleich mit dem Durchschnitt der Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Dieser liefert einen stabilen und international anerkannten Referenzpunkt. Erstmals in den nationalen Berichtsband aufgenommen wurde auch der Vergleich mit dem Durchschnitt der EU-Staaten, da für die EU in verschiedenen Bereichen gemeinsame Bildungsziele formuliert wurden.
Werden die deutschen Bundesländer miteinander verglichen?
Nein. Die Studie ist repräsentativ für die 15-Jährigen in Deutschland als Ganzes. Für eine Auswertung auf Bundeslandebene müsste die Stichprobe innerhalb der einzelnen Bundesländer größer sein, um die Repräsentativität der Ergebnisse gewährleisten zu können.
Wer führt die PISA-Studie durch?
Den deutschen Teil der Studie führt das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien e.V. (ZIB) an der Technischen Universität München (TUM) im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend durch. Projektleiter ist Prof. Dr. Samuel Greiff.
Neben der TUM sind am ZIB das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) in Frankfurt am Main und das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel beteiligt. Für die Bereitstellung der Daten ist das Forschungsdatenzentrum (FDZ) am Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin zuständig.
International wird die PISA-Studie von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) koordiniert.
Quelle: TUM
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