Neubau an der Elisabeth-von-Thadden-Schule startet

Zwei Jahre wurde intensiv an dem IBA-Projekt geplant: Jetzt hat die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden von der Stadt die Baugenehmigung für den Neubau an der Elisabeth-von-Thadden-Schule in Wieblingen erhalten. Anstelle der alten Gymnastikhalle wird im Thadden-Park ein dreigeschossiges Gebäude entstehen, das einen zeitgemäßen Lernort mit aktuellen, klassenübergreifenden Konzepten für die Mittelstufe schafft und das Schulareal zum Stadtteil hin öffnet.

 

Bauarbeiten schonen Baumbestand und Schulbetrieb

 

Los geht es im Februar 2020 mit der Einrichtung der Baustellenzufahrt von der Mannheimer Straße aus und einem Rückschnitt der Bepflanzung. Der Baumbestand wird dabei weitgehend erhalten: Für die sechs Bäume, die auf dem Bauabschnitt gefällt werden müssen, wird eine gleiche Anzahl im Park nachgepflanzt. Zudem schützt ein aufwändiger Bodenverbau um die Baustelle herum vor weiteren Fällungen.

Ab April 2020 wird die bestehende Gymnastikhalle abgerissen und mit den Bauarbeiten begonnen. Die Grundsteinlegung ist am 26. Juni 2020 geplant. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit soll das Gebäude im Dezember 2021 eingeweiht und der neuen Nutzung übergeben werden. Da ein durchgehender Zaun das Baugelände zum Thadden-Park hin komplett abschließt, wird der Schulbetrieb durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt.

 

Zeitgemäßer Lernort erlaubt innovative und flexible Raumnutzung

 

Mit dem Neubau wird das neuartige pädagogische Konzept des Thadden greifbar, das für die Mittelstufe vor einigen Jahren – mit Teamarbeit der Lehrpersonen, Coaching von Schülerinnen und Schülern, eigenverantwortlichem Lernen sowie Projektarbeit – angestoßen wurde und eine innovative sowie flexible Raumnutzung erfordert.

Über der neuen, in Beton errichteten Sporthalle, die bis zur Hälfte ihrer Höhe in das Erdreich eingesenkt wird, erheben sich in Holzbauweise zwei Geschosse mit den Lernbereichen der Jahrgänge 8 und 9. Ähnlich einem Dorfzentrum gruppieren sich die „Klassenhäuser“ eines Jahrgangs zusammen mit einer Arena, einer Kreativ-Werkstatt und einer Teamstation um den „Marktplatz“. Dieser ist als ein Ort der Begegnung konzipiert, an dem Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrpersonen sich informell austauschen, miteinander arbeiten oder lernen können. Zum Park hin öffnen sich die Geschosse mit einer breiten Fensterfront und einem Balkon.

 

Neubau integriert sich in Stadtteil

 

Die Architektur passt sich in ihrer Kleinteiligkeit und Materialität den Gebäuden in der Umgebung mit ihren Giebeldächern, Ziegelfassaden und leicht gegeneinander verdrehten Häusern an. Dabei ist das Gebäude nach modernsten Standards geplant. Für sommerlichen Wärmeschutz und Klimatisierung sorgen Sonnenschutz-Maßnahmen, eine Nachtauskühlung sowie eine Begrünung des Daches. In der Höhe orientiert sich der Neubau am bestehenden Haupthaus.

Verbindendes Element zwischen Neubau und Bestand wird ein neues eingeschossiges Foyer sein, das von der Schulgemeinschaft über den Schulhof bzw. Park erschlossen wird und bei Veranstaltungen in der Aula für Besucher auch von der Mannheimer Straße betreten werden kann.

Mit einer großzügigen Maueröffnung wird der Zugang von der Mannheimer Straße bewusst so gestaltet, dass gegenüber des Rathaus-Platzes eine neue Mitte im Stadtteil Wieblingen entsteht. Das Helbing-Haus ist in die Planungen einbezogen und gewinnt optisch an Bedeutung.

 

Planungsprozess involviert Schulgemeinschaft und Nachbarschaft

 

Der Entwurf stammt von der Hamburger Architektin und Schulbauexpertin Kirstin Bartels, Cityförster. Die weitere Planung und Realisierung des Neubaus entsteht in enger Kooperation mit dem Heidelberger Büro ap88.

Unter Federführung der IBA Heidelberg kam ein außergewöhnlicher, dialogorientierter Planungsprozess zustande. Neben der gesamten Schulgemeinschaft waren auch Schulbauexpertinnen und -experten der Montag-Stiftung, der Stadtteilverein sowie die Nachbarschaft – wie die Nutzerinnen und Nutzer des Helbinghauses und der Evangelischen Kreuzgemeinde – in den Prozess eingebunden. Zudem wurde das Projekt zu Beginn der Bauvoranfrage im Bezirksbeirat und mehrfach der Öffentlichkeit vorgestellt. Anregungen und Bedenken, die sich daraus ergaben, fanden bei der weiteren Planung Berücksichtigung. Die Baukosten liegen bei ca. 9 Mio. Euro.

 

Unter dem Leitthema „Wissen schafft Stadt“ ist die IBA (Internationale Bauausstellung) in Heidelberg von 2012 bis 2022 in der gesamten Stadt aktiv. In dieser Zeit hilft sie, Prozesse und Bauprojekte rund um das Thema „Wissensgesellschaft“ zu initiieren, zu evaluieren und umzusetzen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

Beitragsbild: Kirstin Bartels, Cityförster